Calcium und Phosphor

Vegan4Dogs Nährstoffkunde

Calcium und Phosphor

Calcium und Phosphor sind Mineralstoffe und zählen zu den Mengenelementen.

Den allgemeinen Teil unserer Nährstoffkunde über Mineralstoffe findest du hier.

Beginnen wir mit Phosphor.

Phosphor

Zusammen mit Calcium ist es ein Baustein von Knochen und Zähnen. Um es ganz genau zu sagen in Form eines Salzes, dem s.g. Calciumphosphat. Phosphor ist beteiligt am Energiestoffwechsel und vor allem ganz wichtig für die Neutralisierung des pH-Wertes im Blut. Du hast bestimmt schon mal vom „Säuren-/ Basen-Haushalt“ gehört – und genau hierfür spielt Phosphor eine entscheidende Rolle. Außerdem ist es ein Bestandteil von beispielsweise Nervenmembranen und der Erbsubstanz.

Phosphor ist vor allem in proteinreichen Lebensmitteln zu finden und kommt beispielsweise in Ölsamen, Nüssen, Linsen, Vollkorngetreide, Bananen und dunkelgrünem Blattgemüse (z.B. Mangold, Feldsalat) vor. 

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Phosphate als Lebensmittelzusatzstoffe (z.B. in Kolagetränken) eingesetzt werden. Hunde trinken im Normalfall nicht so wirklich Cola 🙂 Aber Phosphor kommt beispielsweise in Fleisch- oder Wurstwaren vor und auch in Knochen! Für den veganen Hund von heute ist das alles nicht relevant – im Gegenteil! Für mich stellt dies einen weiteren Grund da, der für die pflanzliche Ernährung spricht. 

Im Gegensatz zu den vorhin erwähnten pflanzlichen Lebensmitteln, erfolgt hier eine „saure“ Verstoffwechselung (ähnlich wie bei tierischem Protein, dazu gleich noch mehr beim Punkt Calcium), was somit eine nachteilige Folge hat. 

Langfristig könnten bei einem Mangel an Phosphat Auswirkungen auf das Skelett möglich sein. Das Phosphat-Gleichgewicht wird über die Nieren gesteuert. 

Bevor wir uns gleich den Mineralstoff-Kumpel Calcium anschauen, hier noch eine Erklärung dafür, warum Phosphor und Calcium so eng zusammen hängen – und was das mit Vitamin D zu tun hat.

Denn auch Vitamin D spielt eine entscheidende Rolle für die Nieren und somit für die Regulation des Phosphat-Gleichgewichts. Vitamin D steigert nämlich die Wiederaufnahme von Phosphat in der Niere (Fachwort: Reabsorption). Ein Mangel an Vitamin D kann außerdem für Störungen im Calcium- und Phosphat-Stoffwechsel sorgen.  Und schwupp werden die Knochen nicht mehr gut versorgt, oder sogar Mineralstoffe daraus abgebaut. 

Das ist einer der Gründe, warum eine Supplementierung von Vitamin D empfehlenswert ist und direkt mit dem Knochenaufbau bzw. der Knochenstabilität in Verbindung gebracht wird.

Es kann durchaus eine Überversorgung an Phosphor geben (erinnere dich an die Kolagetränke und Fleisch- und Wurstwaren, die ich bereits erwähnt habe), die mit einer Calciumunterversorgung („Hypocalcämie“) einher geht. Damit die Gesundheit der Knochen gewährleistet wird, ist das gute Verhältnis zwischen Phosphor und Calcium entscheidend. 

Anmerkung Leni Lecker: Für ausgewachsene Hunde ist ein Calcium-Phosphor Verhältnis von 1,3 bis 2 : 1 im Futter empfehlenswert. Es sollten 80mg Calcium und 60mg Phosphor je kg Körpergewicht pro Tag zugeführt werden. (Vgl. „Ernährung des Hundes“, Zentek, 2016).

Bei Greta  liegt das Ca:P-Verhältnis bei 1,33 und in V-Complete  sind 18% Calcium und 2,5% Phosphor enthalten, da P reichhaltiger im Futter zu finden ist.

Wie oft hab ich mir schon anhören müssen, dass ich als Veganerin ja bestimmt ein riesengroßes Problem mit Calcium habe, da ich ja keine Kuhmilch-Produkte zu mir nehme!!!

Mittlerweile kann ich gut damit umgehen und mir den Mund fusselig reden. Aber bevor wir uns anschauen, warum eine gut geplante rein pflanzliche Ernährung sogar positiv sein kann, werfen wir erst einen Blick darauf, warum dieser Mineralstoff überhaupt so wichtig ist.

Denn tatsächlich ist Calcium einer der bedeutsamsten Mineralstoffe! Ursprünglich ist er im Erdboden zu finden und wird von Pflanzen aufgenommen.

Calcium

Wie schon im Abschnitt zu Phosphor erwähnt, ist Calcium sehr wichtig für die Mineralisierung von Knochen und Zähnen. Sollte Calcium-Mangel im Blut herrschen, kann auf die Knochen als „mobiler Speicher“ zurück gegriffen werden. Es ist ein wichtiger Faktor bzgl. der Blutgerinnung und notwendig zur Muskelkontraktion. Zusammen mit Phosphor ist es ein Baustein von Knochen und Zähnen. Calcium ist entscheidend für die Aktivierung von Enzymen und Hormonen. So ist es u.a. ein Botenstoff für die Signalweiterleitung von Nervenimpulsen und am Stoffaustausch durch die Zellmembran beteiligt.

Ein Mangel an Calcium kann u.a. zu Osteoporose, geringerer Knochenstabilität oder Muskelfunktionsstörungen führen. Das wollen wir nicht und es gibt zum Glück viele vegane Lebensmittel, die Calcium enthalten. 

Das Mengenelement ist enthalten in Grünkohl, Rucola, Wildkräutern, Kichererbsen (v.a. getrocknet oder gekeimt!), anderen Hülsenfrüchten, Brokkoli, Trockenfrüchten, Ölsamen (Sesam, Chia), Nüssen, angereichertem Mineralwasser oder Pflanzendrinks und theoretisch auch in Spinat- dazu aber später mehr. 

Erst einmal die gute Nachricht für alle die lieber auf pflanzliche Lebensmittel zurück greifen:

Ein hoher Konsum von Calcium aus tierischen Protein-Quellen kann zur Ausscheidung von Calcium über den Harn führen. Durch einen erhöhten Anteil schwefelhaltiger Aminosäuren (eben vorhanden in tierischen Proteinen) kann, aufgrund der Entstehung der Säure, eine Verschiebung des pH-Wertes stattfinden. 

Der körpereigene pH-Wert geht runter – was dazu führt, dass auf s.g. „Puffersysteme“ zurück gegriffen wird. Wenn es nun ganz blöd läuft, wird die „Pufferkapazität“ der Niere überansprucht und schwupp – greift der Körper auf das Calciumphosphat zurück, was in den Knochen eingelagert ist. Das geht ins Blut über und wirkt so der ganzen Säurelast entgegen. 

Will heißen: Zwecks des Einsatzes des Mineralstoffspeichers könnte Calcium abgebaut werden!

Pflanzliche Lebensmittel werden überwiegend basisch verstoffwechselt, womit die Puffersysteme in Ruhe gelassen werden.

Jetzt kommt der kleine Haken bei der Sache: 

Ähnlich wie beim Eisen spielen auch bei der Calcium-Aufnahme s.g. Hemmstoffe eine entscheidende Rolle. Dies sind u.a. die Phytate (enthalten in Weizen, Soja oder Mais) oder auch Oxalate (in Spinat, Rhabarber). Sie verhindern, das Calcium über die Darmwand aufgenommen wird, was dazu führen könnte, dass es unverwertet ausgeschieden wird.

Je mehr verschiedene Calcium-Quellen gewählt werden, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Aufnahme von Calcium durch die bereits erwähnten Hemmstoffe gestört wird. Genug kuhle Quellen gibt es ja 😉 

Außerdem gibt es einen weiteren Trick – hach, nun wird es richtig spannend! 

Wichtig ist nämlich die Versorgung mit Vitamin D. Denn dieses Vitamin (bzw. Hormon) reguliert den Calciumhaushalt! U.a. kümmert es sich um die Aufnahme von Calcium über den Darm und beeinflusst die Ausscheidung von Calcium über die Niere. 

Sprich: 

Die Aufmerksamkeit sollte durchaus auf die Supplementierung von Vitamin D und einer mineralstoffreichen und antioxidativen Kost (welche durch Obst- und Gemüse gewährleistet werden kann) gelegt werden. 

In Bezug auf den Säure-/Basenhaushalt ist es durchaus sinnvoll eine Proteinzufuhr aus pflanzlichen Quellen zu wählen. Auf diese Weise kann einer s.g. Kalziurie (das ist eine vermehrte Calciumausscheidung über den Harn) entgegen gewirkt werden. 

Puh – das war ganz schön viel Input. Daher eine Zusammenfassung: 

Phosphor ist…

  • … zusammen mit Calcium ein Baustein von Knochen und Zähnen.
  • … beteiligt am Energiestoffwechsel.
  • … ein Bestandteil von beispielsweise Nervenmembranen und der Erbsubstanz.
  • … wichtig zur Neutralisierung des pH-Wertes im Blut.

Calcium ist…

  • … wichtig für die Mineralisierung von Knochen und Zähnen.
  • … ein mobiler Speicher bei Calcium-Mangel im Blut.
  • … wichtiger Faktor bzgl. der Blutgerinnung. 
  • … notwendig zur Muskelkontraktion
  • … entscheidend für die Aktivierung von Enzymen und Hormonen.
  • … ein Botenstoff für die Signalweiterleitung von Nervenimpulsen.
  • … am Stoffaustausch durch die Zellmembran beteiligt.

Was tun?

Brav die Vitamin-D Versorgung im Blick behalten, Calcium-Quellen variieren, ein bisschen auf die Hemmstoffe achten, grünes Blattgemüse integrieren und Aminosäuren aus rein pflanzlichen Quellen wählen.

Claudia Renner

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